
Ratgeber
Palliative Care zu Hause: erste Orientierung
Wenn eine Krankheit nicht mehr heilbar ist, rückt eine andere Frage in den Vordergrund: Wie kann ein Mensch zu Hause möglichst gut begleitet werden? Dieser Artikel gibt eine ruhige erste Orientierung für Angehörige.
Was Palliative Care zu Hause bedeutet
Über Palliative Care zu sprechen, fällt vielen schwer. Es geht dabei nicht darum, etwas aufzugeben, sondern darum, Lebensqualität, Würde und Selbstbestimmung in einer schwierigen Phase zu schützen.
Palliative Care begleitet Menschen mit einer fortschreitenden, nicht heilbaren Krankheit. Im Mittelpunkt stehen das Lindern von Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot oder Angst sowie die seelische und soziale Unterstützung der betroffenen Person und ihres Umfelds.
Zu Hause heisst das: Pflege, Symptomkontrolle und Begleitung werden so organisiert, dass die Person in ihrer gewohnten Umgebung bleiben kann, solange das für alle Beteiligten tragbar ist.
Wer zu Hause unterstützt
Die Grundversorgung übernehmen meist die Spitex und die Hausärztin oder der Hausarzt gemeinsam. Wird es komplexer, kommen spezialisierte Angebote dazu.
Ein mobiler Palliativdienst ist ein interprofessionelles Fachteam, das vor allem berät und anleitet und das Betreuungsteam zu Hause unterstützt. In einzelnen Regionen gibt es zusätzliche Angebote, etwa den palliativen Brückendienst der Krebsliga.
Klären Sie früh, wer die Fallführung übernimmt, wer den Überblick behält und wer in welcher Situation zuständig ist, auch nachts und am Wochenende.
Was Angehörige vorbereiten und klären können
Eine gute Vorbereitung entlastet alle. Hilfreich ist, frühzeitig zu besprechen:
- Fallführung und Erreichbarkeit: Wer koordiniert, und wie ist das Team rund um die Uhr erreichbar?
- Wünsche der betroffenen Person: Was ist ihr wichtig? Eine Patientenverfügung und ein gemeinsamer Behandlungsplan halten das fest.
- Tragfähigkeit zu Hause: Ist eine Betreuung über 24 Stunden machbar, und wer trägt sie mit?
- Eigene Entlastung: Auch Angehörige brauchen Pausen und Unterstützung. Das ist kein Versagen, sondern Voraussetzung dafür, dass die Begleitung gelingt.
Was die Kosten betrifft
Die pflegerischen Leistungen folgen grundsätzlich der allgemeinen Pflegefinanzierung: Die Grundversicherung beteiligt sich an der Pflege, ein begrenzter Eigenanteil bleibt, den Rest trägt die öffentliche Hand.
Bei Palliative Care gibt es allerdings Bereiche, die nur teilweise oder nicht über die Grundversicherung gedeckt sind. Deshalb lohnt es sich, Kostenfragen früh mit der Spitex, dem Palliativdienst und der Krankenkasse zu klären.
Häufige Fragen
Beginnt Palliative Care erst am Lebensende?
Nein. Sie kann früh einsetzen und parallel zu anderen Behandlungen laufen. Im Mittelpunkt steht die Lebensqualität, nicht ein bestimmter Zeitpunkt.
Können wir die Betreuung zu Hause jederzeit anpassen?
Ja. Der Bedarf verändert sich oft. Das Betreuungsteam passt die Unterstützung laufend an, auch wenn ein Wechsel in eine andere Umgebung sinnvoll wird.
Wo finden Angehörige Entlastung?
Bei der Spitex, beim mobilen Palliativdienst und bei Organisationen wie der Krebsliga. Sprechen Sie Ihren Bedarf offen an, dafür sind diese Stellen da.
Was ist ein mobiler Palliativdienst?
Ein spezialisiertes Fachteam, das zu Hause berät und anleitet und die Grundversorgung durch Spitex und Hausarzt ergänzt, wenn die Situation komplexer wird.
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Orientierungshinweis
curao.ch gibt Orientierung und ersetzt keine medizinische, rechtliche oder versicherungsbezogene Beratung. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich an die zuständige Fachstelle, Ihre Spitex-Organisation oder Ihre Krankenversicherung.
Wichtiger Hinweis
Bei akuten medizinischen Fragen, Notfällen oder Krisensituationen wenden Sie sich bitte direkt an medizinische Fachpersonen, Notfallstellen oder zuständige Dienste.
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Quellen
Stand: Juni 2026. Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und können je nach Kanton, Gemeinde und Versicherung abweichen.