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Entlastung für pflegende Angehörige: Wege und Angebote

Angehörige tragen einen grossen Teil der Pflege zu Hause. Das ist wertvoll, kann aber über die Zeit an die eigenen Grenzen führen. Dieser Artikel gibt eine ruhige Orientierung, welche Entlastung es gibt und wie sich erste Schritte planen lassen.

Aktualisiert am 03.07.20265 Minuten

Warum Entlastung wichtig ist

Wer einen nahen Menschen pflegt, übernimmt oft über Monate oder Jahre viel Verantwortung, häufig zusätzlich zu Beruf und Familie. Das kann erfüllend sein und zugleich zehren.

Entlastung ist kein Zeichen von Schwäche und kein Versagen. Sie schützt beide Seiten: die pflegende Person, die Kraft und Gesundheit behält, und den gepflegten Menschen, dessen Begleitung dadurch tragfähig bleibt.

Hilfreich ist, sich früh Unterstützung zu holen, bevor die Belastung zu gross wird, nicht erst dann.

Welche Angebote es gibt

Entlastung hat viele Formen. Je nach Situation kommen unterschiedliche Angebote infrage:

  • Spitex: Übernimmt pflegerische Aufgaben zu Hause und entlastet so die tägliche Pflege. Eine Bedarfsabklärung zeigt, was möglich ist.
  • Entlastungsdienste und Sitzwachen: Eine Betreuungsperson ist stundenweise da, damit Angehörige Pausen machen oder Termine wahrnehmen können.
  • Tages- und Nachtstrukturen: Betreuung tagsüber oder über Nacht in einer Institution, ergänzend zur Betreuung zu Hause.
  • Kurzzeit- und Ferienbetten: Eine vorübergehende Betreuung ausser Haus, etwa in den Ferien oder zur Erholung der Angehörigen.
  • Beratungsstellen: Stellen wie Pro Senectute, das Rote Kreuz oder Alzheimer Schweiz beraten kostenlos und vermitteln passende Angebote.

Was die Finanzierung betrifft

Pflegerische Leistungen folgen der allgemeinen Pflegefinanzierung: Die Grundversicherung beteiligt sich, ein begrenzter Eigenanteil bleibt, den Rest trägt die öffentliche Hand.

Reine Betreuung und Entlastung sind meist nicht über die Grundversicherung gedeckt. Je nach Situation helfen aber Beiträge von Gemeinde oder Kanton, Ergänzungsleistungen oder die Hilflosenentschädigung. Es lohnt sich, diese Möglichkeiten früh mit der Gemeinde, einer Beratungsstelle und der Krankenkasse zu klären.

Erste Schritte

Ein erster Schritt ist, den eigenen Bedarf offen zu benennen: Wo braucht es Unterstützung, und wie dringend ist sie?

Sprechen Sie mit der Spitex und der Hausärztin oder dem Hausarzt über eine Bedarfsabklärung, und nehmen Sie mit einer Beratungsstelle Kontakt auf. Oft genügen kleine, regelmässige Entlastungen, um eine Situation über längere Zeit tragfähig zu halten.

Häufige Fragen

Ist es ein Zeichen von Schwäche, Entlastung zu suchen?

Nein. Entlastung schützt die eigene Gesundheit und macht die Begleitung überhaupt erst über längere Zeit möglich. Sie kommt beiden Seiten zugute.

Welche Kosten übernimmt wer?

Pflegerische Leistungen werden anteilig über die Grundversicherung finanziert, mit einem Eigenanteil. Reine Betreuung und Entlastung laufen oft über Gemeinde, Kanton, Ergänzungsleistungen oder die Hilflosenentschädigung. Klären Sie den konkreten Fall mit Gemeinde, Beratungsstelle und Kasse.

Was ist ein Entlastungsdienst?

Eine geschulte Person übernimmt stundenweise die Betreuung zu Hause, damit pflegende Angehörige Pausen machen, sich erholen oder Termine wahrnehmen können.

Wo fange ich am besten an?

Bei einer Bedarfsabklärung durch die Spitex, im Gespräch mit dem Hausarzt und bei einer Beratungsstelle wie Pro Senectute oder dem Roten Kreuz. Sie helfen, passende Angebote zu finden.

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Orientierungshinweis

curao.ch gibt Orientierung und ersetzt keine medizinische, rechtliche oder versicherungsbezogene Beratung. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich an die zuständige Fachstelle, Ihre Spitex-Organisation oder Ihre Krankenversicherung.

Quellen

  1. Pro Senectute Schweiz
  2. Schweizerisches Rotes Kreuz: Entlastungsdienst
  3. Bundesamt für Gesundheit: Betreuende und pflegende Angehörige

Stand: Juli 2026. Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und können je nach Kanton, Gemeinde und Versicherung abweichen.